Was ist Prozessbegleitung und wann steht mir diese zu?

Im Sinne der Strafprozessordnung unterscheidet man zwischen psychosozialer und juristischer Prozessbegleitung. Die Prozessbegleitung wird vom Bundesministerium für Justiz finanziert.

Nicht jedes Opfer einer Straftat hat Anspruch auf kostenlose psychosoziale und juristische Prozessbegleitung. Sie steht Opfern zu, die aufgrund der begangenen Tat und der Umstände des Falles besonders emotionaler Belastung und Betroffenheit ausgesetzt waren und sind. Wenn Sie durch eine vorsätzlich begangene Straftat Gewalt ausgesetzt waren oder gefährlich bedroht wurden, haben Sie Anspruch auf Prozessbegleitung, wenn dies auf Grund Ihrer persönlichen Betroffenheit von einer Opferhilfeeinrichtung als notwendig erachtet wird. Dies gilt auch, wenn Sie durch eine vorsätzlich begangene Straftat in Ihrer sexuellen Integrität beeinträchtigt wurden. Wenn Ihr Ehegatte, Lebensgefährte, Ihre Großeltern, Eltern oder Kinder, Ihre Enkel, Ihre Schwester oder Ihr Bruder durch eine Straftat getötet wurden, dann haben auch Sie das Recht, Prozessbegleitung zu erhalten. Dasselbe gilt, wenn ein anderer Ihrer Angehörigen durch eine Straftat getötet wurde und Sie Zeugin oder Zeuge dieser Tat wurden.

Bei der psychosozialen Prozessbegleitung geht es darum, dass Sie als Opfer einer Straftat, zum einen auf das Strafverfahren, das mitunter belastend sein kann, vorbereitet werden und zum anderen, dass Sie zu Vernehmungen und Verhandlungen begleitet werden. Dadurch sollen Sie im Prozess unterstützt und gestärkt werden. Im Rahmen der juristischen Prozessbegleitung werden Sie über rechtliche Belange beraten und durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt im Strafverfahren vertreten. Prozessbegleitung kann schon vor der Anzeigenerstattung einsetzen.

Ob Ihnen psychosoziale und juristische Prozessbegleitung zukommt, entscheiden jene Hilfsorganisationen, die vom Bundesministerium für Justiz vertraglich beauftragt wurden. Informationen über diese Organisationen bietet der Opfer-Notruf unter 0800 112 112.