Was ist Stalking und wie kann ich mich davor schützen?

Der Begriff „Stalking“ bezeichnet eine Reihe von Handlungen, die nunmehr strafrechtlich verboten sind. Im Grunde genommen ist Stalking nichts anderes als „Psychoterror“, der im Strafgesetzbuch als „Beharrliche Verfolgung“ bezeichnet wird.

Unter Strafe gestellt wurden diese Handlungen, weil Opfer, die über eine längere Zeit hinweg von einer Person verfolgt oder belästigt wurden, mit dem Gefühl der Unsicherheit, der Angst oder gar mit Panik und gesundheitlichen Schäden reagierten.

Mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr ist eine Person zu bestrafen, die Sie in Ihrer Lebensführung dadurch unzumutbar beeinträchtigt, weil sie eine der folgenden Handlungen widerrechtlich über eine längere Zeit hindurch fortsetzt: das Aufsuchen Ihrer räumlichen Nähe; die Herstellung des Kontaktes zu Ihnen über Telekommunikation bzw eines vergleichbaren Mittels oder über Dritte; Waren oder Dienstleistungen unter Verwendung Ihrer personenbezogenen Daten bestellt oder Dritte unter Verwendung Ihrer personenbezogenen Daten veranlasst, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen.

Wenn Sie ein Opfer von Stalking werden,  informieren Sie sich beim Opfer-Notruf unter der Nummer 0800 112 112, bei der Polizei oder bei anderen zuständigen Einrichtungen über Ihre Möglichkeiten, Schutz und Hilfe zu erhalten.

Außerdem gibt es Verhaltensregeln, die man im Umgang mit der belästigenden Person einhalten sollte. So wird etwa empfohlen, der Person sofort und nur einmal ausdrücklich mitzuteilen, dass man keinen Kontakt mit ihr wünscht, auf weitere lästige „Annäherungsversuche“ sollten Sie nicht mehr reagieren, was dem Täter oft früher oder später die Lust an weiteren Kontaktaufnahmeversuchen raubt. Wenn Sie von einer fremden Person gestalkt werden (z.B. übers Internet), sollten Sie von Anfang an jede Reaktion vermeiden.

Sie sollten auch Ihr privates und berufliches Umfeld darüber informieren, dass Sie von Stalking betroffen sind. Dadurch können auch Ihre Familienmitglieder, Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen die Situation beobachten und Sie nötigenfalls vor einer möglichen Belästigung warnen. Etwa dann, wenn die belästigende Person in Ihrem Umfeld gesehen wird.

Sie können sich auch an die Polizei wenden, die vorerst ein Gespräch mit dem Stalker zu führen versucht. Beachten Sie, dass sich mancher Stalker durch eine Verwarnung der Polizei abschrecken lässt. Dies gilt besonders, wenn das Stalking noch nicht allzu lange andauert.

Wichtig ist, alle Briefe, E-Mails, SMS oder Anrufe des Täters zu dokumentieren und aufzubewahren. Das hilft nicht nur bei der Einschätzung der Gefährlichkeit des Belästigenden, sondern dient in einem möglichen zukünftigen Strafverfahren auch als Beweismittel.

Im Übrigen steht auch Ihnen als Stalking-Opfer die Möglichkeit offen, eine einstweilige Verfügung bei Gericht zu beantragen. Dabei geht es insbesondere darum, dass dem Rechtsbrecher die Kontaktaufnahme zu Ihnen oder Ihre Verfolgung untersagt wird. Es kann ihm verboten werden, sich an bestimmten Orten aufzuhalten, ihre Daten weiterzugeben oder selbst oder durch Dritte mit Ihnen Kontakt aufzunehmen.

Auch hierbei handelt es sich um ein Eilverfahren. Als Bescheinigungsmittel, dass eine Belästigung oder Verfolgung vorliegt, können Briefe, E-Mails, ein besprochener Anrufbeantworter oder eine Mobilbox und natürlich auch Zeugenaussagen dienen. Eine solche Verfügung schützt Sie ein Jahr lang. Verstößt der „Stalker“ gegen die einstweilige Verfügung, kann sie verlängert werden.